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Cis­co-Präsi­dent Jee­tu Patel hat einem 27-jähri­gen Inge­nieur ein unbe­gren­ztes Token-Bud­get gegeben, damit er 98 Prozent des Lega­cy-Codes in 24 Monat­en umschreibt, zunächst mit zwei Leuten. Bish­er ist das eine Ankündi­gung ohne Ergeb­nis, und die Zahl hat keine erkennbare Bezugs­größe. Inter­es­san­ter als das Ver­sprechen ist die Rhetorik dahin­ter: Sie ver­schiebt Kapaz­ität von Köpfen zu Rechen­zeit. Ob das betrieb­swirtschaftlich aufge­ht, ist offen. Wer diese Rech­nung auf­macht, muss auch sagen, was das Neuschreiben kostet, was dabei an Wis­sen ver­loren gehen kann und wer für das Ergeb­nis haftet.


Die Meldung

Grund­lage ist ein Bericht von For­tune vom 30. Okto­ber 2026 über Äußerun­gen von Jee­tu Patel, dem Präsi­den­ten und Chief Prod­uct Offi­cer von Cis­co, bei einem kleinen Round­table-Din­ner. Patel hat danach Pad­man­ab­han „Pad­dy“ Krish­na­murthy, 27 Jahre alt, unbe­gren­zte KI-Tokens zuge­sagt und ihm gesagt, er könne beim Refac­tor­ing des Alt­codes „go nuts“. Krish­na­murthy kam 2025 durch die Über­nahme des Echtzeit-Über­set­zungsstar­tups EzDubs zu Cis­co, das er mit­ge­grün­det hat­te. Patel fand ihn nach eigen­er Schilderung bei einem Bürobe­such, fünf Ebe­nen unter sich, in ein­er Auf­gabe, die Patel als unstrate­gisch beze­ich­net.

Das Ziel lautet, 98 Prozent des Lega­cy-Codes inner­halb von 24 Monat­en umzuschreiben (For­tune spricht von Refac­tor­ing und von Rewrit­ing). Die Idee, es mit einem Team aus zwei Per­so­n­en anzuge­hen, stammt nach dem Bericht von Krish­na­murthy selb­st, und auch die Frist von vier Wochen, in denen er den Ansatz bele­gen will, hat er sich selb­st gegeben. Patel sucht nach dem Bericht weit­ere junge Leute wie ihn, die das Sys­tem und den Sta­tus quo her­aus­fordern. Ergeb­nisse gibt es bis­lang keine. In den ver­füg­baren Bericht­en find­en sich keine tech­nis­che Pro­jek­t­doku­men­ta­tion, keine Mess­größen und keine unab­hängige Prü­fung.

Was die Zahl nicht sagt

Die 98 Prozent sind ein Ziel, kein Stand. Offen ist schon, worauf sie sich beziehen: auf Codezeilen, auf Dien­ste, auf Repos­i­to­ries. Offen ist auch, was „neu schreiben“ heißt, ob es um eine Über­set­zung in eine andere Sprache geht, um eine Über­ar­beitung oder um einen Neuen­twurf. Doku­men­tiert sind wed­er Werkzeuge noch Meth­ode, wed­er Tests noch der Nach­weis, dass sich das Ver­hal­ten der Soft­ware nicht ändert, wed­er Sicher­heit­sprü­fung noch Betrieb­skosten.

Auch „unbe­gren­zt“ ist keine Angabe. Es sagt, dass die Tokens nicht der Eng­pass sein sollen, nen­nt aber keine Summe. Damit fehlt ger­ade die Zahl, auf die es in der Rech­nung ankommt. Ohne Def­i­n­i­tion ist die Mel­dung ein Sig­nal für Ambi­tion und für eine Kul­tur, die KI nach vorn stellt, und keine belast­bare Aus­sage über Inge­nieursleis­tung.

Warum das Neuschreiben seine eigene Geschichte hat

Das Vorhaben berührt eine alte War­nung. Joel Spol­sky, Soft­ware­un­ternehmer und Blog­ger, nan­nte im Jahr…

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