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Unternehmen in Deutsch­land sind skep­tisch hin­sichtlich des durchgängi­gen Ein­satzes von KI-Agen­ten. Nur 25 Prozent der Entschei­derin­nen und Entschei­der glauben, dass sie grund­sät­zlich mith­il­fe von GenAI-Lösun­gen über­haupt neue Kun­denseg­mente bedi­enen wer­den. 41 Prozent sind überzeugt, Kun­den durch die Tech­nolo­gie zufrieden­er zu machen. Das ergibt die Studie “Dis­rup­tive Poten­ziale — wie gen­er­a­tive KI Geschäftsmod­elle neu definiert” von Sopra Ste­ria und dem F.A.Z.-Institut.

Virtuelle Assis­ten­ten oder Agen­ten, die auf gen­er­a­tiv­er Kün­stlich­er Intel­li­genz basieren, gel­ten als neue, große Gamechang­er für Ser­viceteams und Ver­trieb­sun­ter­stützung. Sie kurbeln den Ver­trieb an, machen das Mar­ket­ing kreativ­er und erlauben, den Kun­den hochin­di­vid­u­al­isiert anzus­prechen. Möglich wird das durch die Nutzung von GenAI-Tech­nolo­gie. Durch sie analysieren die Agen­ten unstruk­turi­erte Dat­en von Social-Media-Plat­tfor­men, Suchan­fra­gen oder früheren Käufen. Unternehmen kön­nen so Kun­den je nach Bedarf, je nach­dem wo sich Kun­den ger­ade im Kaufentschei­dung­sprozess befind­en und welche Art von Käufern sie sind, passende Dien­stleis­tun­gen und Pro­duk­te anbi­eten.

Das Poten­zial für GenAI-Agen­ten ist groß

Eine Mis­chung aus KI-Dialogsys­te­men (Con­ver­sa­tion­al AI) und GenAI ermöglicht zudem mehr Automa­tisierung im Kun­denser­vice. Assis­ten­zsys­teme sor­gen im Akko­rd für fal­lab­schließende Antworten in natür­lich­er Sprache. Mehr noch: Anders als Chat­bots reden sie nicht nur, sie stellen sich emo­tion­al auf den Kun­den ein und wer­den let­ztlich auch tätig. Unter anderem mit KI-Tech­nolo­gie aus Deutsch­land: Tech-Anbi­eter wie Beam AI und Agents Inc. in Berlin sowie Cog­ni­gy in Düs­sel­dorf tra­gen mit ihren Lösun­gen dazu bei, dass Unternehmen ihren eige­nen KI-Ser­vice und eigene virtuelle Ver­trieb­skräfte entwick­eln kön­nen. Ver­trieb kann an dieser Stelle als Geschäftsmod­ell neu gedacht wer­den.

Poten­zielle Abnehmer für die so genan­nte Agen­tic-Automa­tion-Tech­nolo­gie gibt es genug. Quer durch alle Branchen fehlen Ser­vice- und Ver­trieb­s­fachkräfte, und die Demogra­phie ist hier nur ein Teil der Her­aus­forderung. Kun­de­nan­fra­gen bleiben liegen, da der Ver­trieb sich nur noch auf A‑Kunden fokussieren kann. Poten­ziale wer­den nur unzure­ichend iden­ti­fiziert. Es rech­nete sich zudem für Unternehmen bis­lang nicht, beispiel­sweise mit­tels Stu­di­en nach Hin­weisen auf Vor­lieben bes­timmter Kun­den­grup­pen und weit­eren Verkauf­sim­pulsen zu suchen. Dafür ändern sich Vor­lieben zu schnell. Das Poten­zial intel­li­gen­ter IT-Unter­stützung, die das kann, ist somit groß. Einige Unternehmen haben das erkan­nt und han­deln, zeigt die Studie von Sopra Ste­ria: 40 Prozent der befragten Unternehmen set­zen GenAI im Mar­ket­ing ein, 31 Prozent im Ver­trieb.

Unternehmen erwarten bis 2028 keinen KI-basierten Absatz­boom

Viele von ihnen zweifeln jedoch, ob die Tech­nolo­gie tat­säch­lich hält, was ihre Erbauer ver­sprechen. Zwar geht jedes zweite Unternehmen davon aus, mit GenAI Kun­den indi­vidu­eller ansprechen zu kön­nen. Nur eine Min­der­heit der Entschei­derin­nen und Entschei­der erwartet allerd­ings in den kom­menden drei Jahren ver­triebliche Quan­ten­sprünge. Nur vier von zehn sind zum Beispiel überzeugt, dass GenAI maßge­blich hil­ft, Kun­den enger an das Unternehmen zu binden. 35 Prozent sehen Poten­zial, dass ihnen KI-Agen­ten die Tür zu neuen Ver­trieb­skanälen öff­nen.

Thorsten Voith von Voithen­berg, Man­age­ment­ber­ater bei Sopra Ste­ria Next, sieht weniger die Her­steller und mehr die anwen­den­den Unternehmen selb­st in der Pflicht: “Die Tech­nolo­gie ist bahn­brechend, weil sie noch nie so stark men­schlich­es Ver­hal­ten simulieren kon­nte und der­art viele unstruk­turi­erte Dat­en in qual­i­ta­tiv wie quan­ti­ta­tiv gute Ergeb­nisse ver­wan­delt. Unternehmen sind so in der Lage, KI-Agen­ten — unter men­schlich­er Auf­sicht — wertschöpfende Tätigkeit­en zu über­tra­gen. Sie erhal­ten ein trans­par­entes und ehrlich­es Mei­n­ungs­bild des Kun­den, und zwar direkt am Ort des Geschehens. Das gelingt allerd­ings nicht mit dem Auf­set­zen eines IT-Pro­jek­ts. Unternehmen müssen intern die nöti­gen Voraus­set­zun­gen und Akzep­tanz schaf­fen”, so der auf Ver­sicher­er spezial­isierte Unternehmens­ber­ater.

GenAI-Ein­satz als Trans­for­ma­tion des Geschäftsmod­ells begreifen

Unternehmen, die bere­its GenAI nutzen, verzah­nen beispiel­sweise oft­mals die Arbeit ihrer Mitar­bei­t­en­den im Kun­denser­vice nicht mit der von KI-Agen­ten. Die Fol­gen: Mitar­bei­t­ende wer­den nicht genug ent­lastet, und das Zusatzgeschäft bleibt unter den Erwartun­gen. “Tech­nolo­gie lernt häu­fig von beste­hen­den Ver­trieb­sprozessen aus ein­er Nicht-KI-Welt, und die ist sel­ten opti­miert. Unternehmen soll­ten somit GenAI-Investi­tio­nen als Teil ein­er Trans­for­ma­tion ihres Geschäfts ver­ste­hen und Abläufe, IT-Lösun­gen und die Arbeit der Mitar­bei­t­en­den mit dieser KI-unter­stützten Welt neu denken”, sagt Thorsten Voith von Voithen­berg.

Mit den strate­gis­chen Weichen­stel­lun­gen ließen sich auch in kürz­er­er Zeit mess­bare Erfolge im Kun­denser­vice und im Ver­trieb erzie­len. “Investi­tio­nen in eine KI-Assis­tenz rech­nen sich in der Regel bere­its nach einem Jahr, zeigen Erfahrun­gen im Ver­sicherung­sum­feld. Es bietet sich beispiel­sweise an, mit smarten Assis­ten­ten für ein bes­timmtes Pro­dukt oder der KI-Mark­t­forschung für eine aus­gewählte Kun­den­gruppe zu starten. Später lässt sich der Ein­satz sukzes­sive auf weit­ere Fachge­bi­ete oder Ver­triebs- und Kon­tak­tkanäle aus­dehnen.”

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen

Die Befra­gung für den Report “Dis­rup­tive Poten­ziale — wie gen­er­a­tive KI Geschäftsmod­elle neu definiert” beleuchtet den aktuellen Stand und die Per­spek­tiv­en von GenAI in deutschen Unternehmen in Bezug auf neue und beste­hende Geschäftsmod­elle. Der Mark­t­forsch­er F.A.Z. Busi­ness Media | research hat im Herb­st 2024 im Auf­trag von Sopra Ste­ria ins­ge­samt 189 Entschei­derin­nen und Entschei­der aus Unternehmen in Deutsch­land online befragt.

Quelle: Pressemit­teilung

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